Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

28. März 2010 von Gian

Zutaten:

  • Eine neue Jolt-Lieferung, die etwas im Weg steht
  • Jemanden, der in die Fachschaft kommt und sagt: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”
  • Die Erinnerung an diesen Comic
  • Ein wenig Langeweile
  • Knut

Ergebnis:

vlcsnap-2010-03-28-15h34m13s61

Selbstbedienung oder Wie stehle ich ein Kind.

19. März 2010 von Asel

Warum gibt man als Elternteil sein Kind eigentlich in diesen tollen “Kinderparadiesen” ab? Gut, der wichtigste Grund wird wohl sein, damit sie einem nicht auf den Keks gehen. Allerdings habe ich auch schon von Fällen gehört, bei denen die Eltern tatsächlich Angst um ihre Kinder haben und sie dann lieber unter Aufsicht spielen lassen wollen.
Auch bei Ikea gibt es die Möglichkeit, die Blagen in großen Becken mit Bällen ertrinken zu lassen, soweit bekannt. Allerdings hat sich ein findiger Mensch gedacht, das hat doch jedes Möbelhaus, wir brauchen was besonderes. Dies führte zu der zu sehenden Konstruktion

Auslaufgehege

Auslaufgehege


Ein kleiner Gang, in dem die Kleinen lang krabbeln können und von den Passanten noch mehr beglotzt werden als Erdmännchen im Glaskasten. Was die Sache so richtig interessant macht ist der Schriftzug an dem Kasten.
Bitte nicht öffnen

Bitte nicht öffnen


Jawohl, man kann diesen Gang einfach vom Laden aus aufmachen, sich ein Kind aus dem Angebot nehmen und ist in nicht mal 5 Schritten zur Tür raus. Wenn das mal nicht sicher ist.
Mal abwarten wie lange es dauert, bis das passiert oder eines der Kinder gar auf die Idee kommt, den Deckel von innen anzuheben.

P.S.: Als wir dann durch den Laden sind gab es noch folgende Anekdote: Durchsage “Kevin, Chantal, Jaqueline und Sören möchten im Kinderparadies abgeholt werden.” Schade, dass man in solchen Momenten kein Tonband mitlaufen hat.

DRM - Broken by design

08. März 2010 von Gian

Seit ich mich erinnern kann - und das reicht zumindest zurück zum C64 - gibt es einen ewigen Wettlauf zwischen Publishern und Piraten. Lange Zeit war es so, dass die ehrlichen Käufer keinerlei Nachteile gegenüber den Piraten hatten, die neue Kopierschutze Kopierschutzmechanismen meist binnen kurzer Zeit geknackt hatten. Dies kann man heutzutage leider nicht mehr behaupten.

Der früheste Kopierschutz, an den ich mich erinnern kann, war auf dem Amiga 500. Es gab spezielle Zwischenstecker und Software für das Diskettenlaufwerk, so dass dieser kein großes Problem darstellte. Eine weitere sehr kreative Variante dieser Zeit waren die z.B. Monkey Island und Monkey Island 2 beigelegten Drehscheiben oder Codebücher, die farblich so gestaltet waren, dass sie mit den damals üblichen monochromen Kopierern im Copyshop schlecht kopiert werden konnten. Zak McKracken enthielt in der Box sogar eine Zeitung mit wertvollen Tips zum Lösen des Adventures.

Als Computerspiele nicht mehr auf vielen Disketten sondern auf einer einzelnen CD verkauft wurden, wurden diese kreativen Varianten endgültig von den technischen Maßnahmen verdrängt: Defekte Sektoren, korrupte Dateisysteme (Dummydateien mit irrwitzigen Größen), etc. Wirklich lange gehalten hat keiner dieser, besonders nicht in der Emulation. Die Reproduktion auf echte Datenträger gestaltete sich zum Teil schwieriger. Auch verweigerte das Spiel nicht immer komplett den Dienst - Siedler 3 z.B. ersetzte die Eisenschmiede durch eine Schweineschmiede, so dass der Kopierschutz nicht sofort erkennbar war. Sinnvoll genutzt wurde dieses Feature z.B. bei Moto Racer 3, das einen Demo-Modus auf Kopien anbot. Der bei diesem Spiel eingesetzte Kopierschutz wurde übrigens in Communityarbeit geknackt, ich kann mich allerdings nicht mehr an das Forum erinnern. Interessantes Prinzip, Sektoren sind doppelt auf der CD/DVD vorhanden, so dass das Laufwerk, je nachdem, welchen Sektor es vorher gelesen hatte, unterschiedliche Daten zurückgab.

Immer neuere Mechanismen brauchten jedoch auch immer neuere Wege, die schließlich darin endeten, dass ohne Wissen des Nutzers neue Treiber installiert wurden, die berüchtigt dafür waren, Sicherheitslücken aufzutun und sich tief in das System einzunisten. Spiele und Audio-CDs wurden mitunter in PC-Laufwerken nicht erkannt oder spielten in verringerter Qualität - ein erster Vorteil für Piraten, deren Musik immer und überall läuft. Zum Umgehen von manchen Mechanismen waren auch Hardwaretricks beliebt - alle CD-Laufwerke abklemmen. Eine weitere Kundengängelung ergab sich mit dem Prinzip der Blacklist: Spiele überprüfen beim Start, ob bestimmte Software, zum Beispiel Laufwerks-Emulatoren, installiert sind und verweigern dann den Dienst. Ich soll mir vom Spielehersteller vorschreiben lassen, welche Software ich benutze?

Mit der flächendeckenden Verfügung von breitbandigem Internet (die gemeinhin angenommen wird, aber nicht gegeben ist) wurden Aktivierungsmechanismen populärer, die mir mein Recht auf Weiterverkauf der Software nehmen. Wird die Hardware des Rechners getauscht, muss neu aktiviert werden. Geht das bei Microsoft, z.B. bei Windows XP, noch kulant am Telefon, so komme ich nun zum eigentlichen Thema des Artikels: Kundengängelung.

Anno 1404 erschien mit einem neuen System: eine begrenzte Anzahl Online-Aktivierungen. Wie auf der Amazon-Bewertungsseite zu sehen ist (306 mal 5 Sterne gegen 402 mal 1 Sterne), waren die Kunden hiervon nicht gerade erfreut. Sehr löblich, dass ein Patch die zu oft nicht funktionierende Aktivierung deaktiviert. Alleine hierdurch kamen viele neue 5-Sterne-Bewertungen zusammen.

Mass Effect 2 wurde als Premiumversion mit zusätzlichen Items verkauft, die jedoch teilweise nicht funktionierten. Ausführlich beschrieben und mit passendem Bild untermalt hat dies Fefe. Natürlich hatte die gecrackte Version sowohl das GameStop- als auch das Amazon-Set an Bonusitems ohne Onlinecheck bei jedem Start.

Ubisoft hat anscheinend nicht dazugelernt und seinen Kopierschutz weiter verschärft: Wer ein neues Ubisoft-Spiel, wie z.B. das bald erscheinende mich brennend interessierende Siedler 7 kaufen will, muss ständig online sein. Immer. Auch für Single-Player-Partien, die man vielleicht auch gerne abseits von Internet spielen möchte. Ubisoft verkauft das als Vorteil, z.B. werden Spielstände auf dem Server abgelegt und sind an jedem Rechner verfügbar. Das Spiel wird nämlich nicht an die Hardware gebunden, sondern an dem Account des Spielers. Unnötig zu sagen, dass ein Weiterverkauft nicht möglich ist. Wie sollte es anders sein, der Kopierschutz wurde innerhalb eines Tages geknackt.

Der eigentliche Knaller, der Grund, weswegen ich diesen Artikel schreibe, der Worst-Case der prophezeit wurde: Die Server sind down. In der oben verlinkten FAQ wird von 24/7-Monitoring gesprochen, so dass der Kunde sich keine Sorgen machen soll. Über die viele Stunden anhaltende Downtime darf sich jeder selbst eine Meinung bilden, insbesondere über die Qualität des Systems und die Kompetenz der 24/7-Überwacher.

Das heisst effektiv: Im Moment sind Piraten die einzigen, die Ubisoft-Spiele spielen können, sogar offline.

Eine Sache, die ich nicht verstehe: Merken die Spielefirmen nicht langsam, dass die Spiele seit langem nicht mehr inklusive Kopierschutz kopiert werden, sondern schlicht und ergreifend gecrackt? Gegen Cracken hilft keine der immer restriktiver werdenden DRM-Mechanismen. Der Online-Check wird einfach aus dem Spiel rausgepatcht.

Ich hoffe, dass ich den Publishern hiermit keinen Tip gebe, aber meine Vorhersage für die Zukunft: Relevante Spieledaten werden auf den Servern berechnet, wie bei MMOs. Dann können alle nur noch das, was zahlende Ubisoft-Kunden jetzt schon müssen: Ständig online sein.

Hier findet sich ein Bild, das meine Sicht auf aktuelle Spielen/Filmen/etc. sehr gut wiedergibt: Der zahlende Kunde wird immer weiter benachteiligt, die Produktversion, die die Piraten zusammenpatchen ist deutlich besser als das Original.

Und wo wir grad bei Siedler waren: Aufbruch der Kulturen hat keinen Netzwerkmodus. Wenn die Server nicht mehr funktionieren, wie dies bei Siedler 4 schon der Fall ist, kann ich es also gar nicht mehr mit anderen Leuten spielen. Wer hat sich das denn bitte ausgedacht?

Egal was sie können, es reicht zum Manager!

03. März 2010 von Asel

Die Berufsaussichten für Abgänger der Phil.-Fak. sind ja bekanntermaßen eher niedrig anzusetzen. Da verwundert es nicht, das nach weiteren Qualifikationsmöglichkeiten gesucht wird. Da unsere Uni sie dabei großzügig unterstützen will (und es auch noch Geld gibt), werden Werbeflächen auch an private Hochschulen vermietet. Ein solches ist mir die Tage vor die Linse gesprungen. Die schlechte Qualität rührt von meiner Handykamera her.

Jeder wird Manager

Jeder wird Manager


Offensichtlich stellt die ESCP Europe (Ecole Superieure de Commerce de Paris Europe) keine hohen Anforderungen an ihre Studenten und scheint auch nichts von anderen Studiengängen zu halten.

Das Gewinnspiel habe ich mir nicht angeschaut, aber es ist bezeichnend genug, dass der Mülleimer direkt unter dem Halter für die Teilnahmekarten steht.

Interessant ist auch, dass im Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik nur zwei Mitarbeiter tätig sind, die tatsächlich eine Ausbildung in der Informatik vorweisen können.

Debian - erste und letzte Erfahrungen

15. Februar 2010 von Gian

Es ergab sich, dass ich ein System zu virtualisieren hatte. Ein passender Hypervisor war schnell gefunden: Xen

Nun sollte das Host-System natürlich absolut stabil laufen, es reisst bei einem Absturz alle Gäste mit sich. Die Distribution der Wahl war also Debian, welches ich auch im ersten Test-Gast installierte. Debian hat einen Ruf als sehr stabile Distribution - stabil muss hier aber auch mit veraltet gleichgesetzt werden. Was folgen sollte, erinnert mich etwas an Wikipedia-Exklusionismus, über den ich so gerne berichte.

Ein Xen 3.2.1 findet sich in den Stable-Repositories, ebenso ein für Xen gepatchter Kernel 2.6.26-2. Diese waren flugs installiert und der erste Test-Gast aufgesetzt. Um das Netzwerk ein wenig zu testen, versuchte ich (mit entsprechendem Empfänger auf der Hostseite):

dd bs=1M count=1024 if=/dev/zero > /dev/tcp/192.168.23.1/1337

Unter einer normalen Bash kopiert dieser Befehl 1 GiB an Nullen an 192.168.23.1, Port 1337. Nicht so unter Debian:

-bash: /dev/tcp/192.168.23.1/1337: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden

Ein wenig Recherche förderte Bug #146464 zu Tage. Frei interpretierrte Kurzfassung dieses Bugs, der 2002 eröffnet wurde und seit 2006 auf “wontfix” steht: Dafür gibts andere Tools, braucht bash nicht zu können. Dass die Bash-Entwickler und einige User das anders sehen, es Skripte gibt, die dieses Feature nutzen und keine Sicherheitslücken geöffnet werden, die nicht eh schon durch “andere Tools” da sind, ändert nichts daran. Erinnert an Wikipedia-Löschdiskussionen. Nun gut, das alleine wäre für mich kein Grund Debian zu verdammen - ich habe mir das Paket neu gebaut - es braucht schon etwas mehr.

Und es kam mehr. Der Xen-Hypervisor war mir zu alt und ich baute mir aus den Quellen einen neuen, 3.4.2. Der verträgt sich nicht ganz perfekt mit dem Debian-Kernel, also wurde auch noch Kernel 2.6.18.8 aus dem offiziellen Xen-Source gebaut. Obwohl ich es doch noch schaffte, Xen 3.4.2 mit dem Debian-Kernel zum laufen zu bringen, setzte ich mir ein Ziel: Backport von Xen 3.4.2 aus Debian Testing.

Auch wenn das nicht klappte, wie es sollte, so würde ich dieses Paket auch niemals einsetzen wollen. Wie in Bug #536175 nachzulesen ist, hat der Package Maintainer keine Lust, das security-hog called qemu für das nächste Stable-Release vorzubereiten. Das heisst: Keine vollvirtualisierten Maschinen, also kein Windows oder andere proprietäre Betriebssysteme. Warum ist er Maintainer, wenn er keine Lust hat? Der Bug ist wohlbemerkt nur eine Aufforderung zur deutlichen Kennzeichung, dass das halbe System fehlt.

Ich werde den Tip, den dieser Maintainer von sich gab, zwar nicht wörtlich befolgen, aber meinen Erst- und Letzteindruck von Debian hat er geprägt:

> For example Fedora's Xen 3.4.0 source RPM contains the xen-3.4.0.tar.gz
> release tarball, and they build the included ioemu, just like in earlier Xen
> releases. That is the correct way to do it.

If you think this is the correct way, go with Fedora.

Der Weltraum, unendliche Weiten - Wir schreiben das Jahr 2010

22. Januar 2010 von Gian

Mir ist heute aufgefallen, dass ich seit Anfang des Jahres keine einzige Spammail in meinem privaten Postfach hatte. Neugierig habe ich gewartet, bis die 30595 Spam-Mails aus dem Junk-Ordner auf meinen Rechner heruntergeladen waren und exemplarisch einen Bericht meines Spamfilters gelesen:

Content analysis details:   (8.1 points, 5.0 required)

 pts rule name              description
---- ---------------------- --------------------------------------------------
 3.5 BAYES_99               BODY: Bayesian spam probability is 99 to 100%
                            [score: 1.0000]
 0.0 STOX_REPLY_TYPE        STOX_REPLY_TYPE
 3.2 FH_DATE_PAST_20XX      The date is grossly in the future.
 0.9 RCVD_IN_PBL            RBL: Received via a relay in Spamhaus PBL
                            [187.39.225.137 listed in zen.spamhaus.org]
 0.4 URI_HEX                URI: URI hostname has long hexadecimal sequence
 0.1 RDNS_NONE              Delivered to trusted network by a host with no rDNS

Eine Mail muss 5 Punkte erreichen, um als Spam erkannt zu werden. Interessant ist hierbei die 3. Regel: Es werden 3,2 Punkte vergeben, wenn das Datum weit in der Zukunft liegt. Dies klingt durchaus sinnvoll, weniger sinnvoll ist allerdings, dass laut SpamAssassin “grossly in the future” 2010 beginnt. Letztes Jahr wäre diese Mail also in meiner Inbox gelandet, allerdings habe ich unter den 3575 Mails, die dieses Jahr bereits im Spamordner gelandet sind, keine fälschlicherweise als Spam bewertete Mail gefunden. Die Gewichtung des Bayes-Filters könnte ich also durchaus etwas erhöhen.

Das Problem ist mittlerweile behoben worden; die Regel wird beim Update angepasst: Sie triggert jetzt ab 2020. Ich erspare mir weitere Kommentare.

Time is precious II

18. Januar 2010 von Jedi

Immer, wenn man gerade denkt, man hätte schon alles Überflüssige gesehen…

mc_schnellkasse

Spontan kommt einem die Frage: “Was genau ist eine Schnellkasse - in einem Fastfood-Restaurant?”

Stellen wir ein paar Vermutungen an:

  • An der Schnellkasse können maximal drei Produkte pro Kunde erworben werden.
  • Für die Schnellkasse wird eine bestimmte Anzahl an Hamburgern oder Cheeseburgern ständig vorrätig gehalten, was bedeutet, dass diese unter Umständen etwas älter sind, als sie es zur gleichen Zeit an einer anderen Kasse wären.
  • An der Schnellkasse arbeiten nur Mitarbeiter, die von Kunden verstanden werden und die im Gegenzug auch die Kunden verstehen.
  • Man verzichtet an der Schnellkasse auf Dialoge wie den folgenden:
    “Guten Tag, Ihre Bestellung bitte.”
    “Ein BigMäc-Menü, groß, mit Cola, ohne Eis, Pommes, einmal Mayo, zum hier essen bitte.”
    “BigMäc-Menü. Normal oder Maxi?”
    “Maxi.”
    “Welches Getränk?”
    “Cola, immer noch. Ohne Eis!”
    “Welche Beilage?”
    “Pommes…”
    “Ketchup oder Mayo zu den Pommes?”
    “Ja, Mayo!”
    “Zum hier essen oder zu mitnehmen?”
    “Ich nehm’s gleich mit zu Burger King.”
  • An der Schnellkasse sind keine Grillbestellungen (McDonald’s-Jargon für “Cheeseburger ohne Käse”, “Tomate ohne Gurke”, etc.) möglich.
  • Auf der Schnellkasse läuft Software, die wenigstens in geringem Maß benutzerfreundlich ist.

Guckt man sich die Schnellkasse tatsächlich genauer an, so stellt man aber fest:

An der Schnellkasse ist es nicht möglich, mit Karte zu bezahlen. Das erfährt der geneigte Kunde im Zweifel, wenn er bestellt hat und feststellt, dass er kein Bargeld im Portemonnaie hat.

Time is precious

16. Januar 2010 von Jedi

Time is precious

Und wo wir gerade beim Thema Zeit sind…

Was ist deprimierender?

  1. Man greift vom Büro aus per Remote Desktop auf seinen Heim-PC zu und bemerkt, dass der Akku der Maus leer ist und man keine Chance hat, ihn aufzuladen, bevor man zu Hause ist und die Maus eigentlich benutzen will.
  2. Man findet Punkt 1 deprimierend.

What puzzles me

16. Dezember 2009 von Jedi

Man stelle sich vor, vor einem liegen n Puzzleteile. Eines davon hält man fest und probiert alle anderen (n-1) Teile, daran zu befestigen. Es ist leicht einzusehen, dass man dabei durchschnittlich nach \frac{n-1}{2} Teilen Erfolg hat.

Nach diesem Erfolgserlebnis, existieren natürlich nur noch n-2 Puzzleteile überprüft werden und der Erfolg wird sich vermutlich nach \frac{n-2}{2} Teilen einstellen.

Insgesamt müssen also vermutlich \frac{1}{2}\sum\limits_1^{n-1} Teile in die Hand genommen werden, oder wie wir spätestens seit Gauß wissen: \frac{1}{2}\frac{n(n-1)}{2}, also \frac{n(n-1)}{4}.

Das vorliegende Puzzle hat 1008 Teile. Einsetzen und Ausrechnen überlasse ich dem Leser.

Nun könnte dieser einwenden, dass obige Annahmen sehr naiv sind, sie davon ausgehen, dass man beim Puzzlen keine weiteren Informationen benutzen kann, man stumpfsinnig jedes Teil an jeder Stelle ausprobiert.

Der Einwand ist richtig, weshalb die Annahmen auch nur auf die rund 272 weißen Teile zutreffen, die nicht gleichzeitig Randteile sind. Selbst da kann durch geschicktes Sortieren oft vermieden werden, jedes Teil zu testen - oft aber auch nicht.

Wie dem auch sei, die Zahlen sind abschreckender als die Realität, denn dort gibt es doch effizientere Wege, als Brute Force. So war der Rand in kürzester Zeit fertig gestellt.

Der Rand ist fertig.

Der Rand ist fertig.

Anschließend gab es schwarze, weiße und schwarz-weiße Teile. Letztere unterteilten sich noch in solche, auf denen die schwarzen Striche durchgehend waren und solche, die mitten auf dem Teil endeten. Letztere waren wieder einfach zu platzieren.

Der Rand des Barcodes ist fertig.

Der Rand des Barcodes ist fertig.

Auch dieser schritt war schnell erledigt. Jetzt konnte der Zwischenraum ausgefüllt werden. Da die Streifen unterschiedlich breit sind, war auch das nicht weiter schwierig.

Erste Striche sind fertig.

Erste Striche sind fertig.

Ganz wichtig: 90 Prozent der Zeit wurde nicht für das Ausprobieren der Teile genutzt, sondern für das Sortieren der Teile.

Hier sind die Teile nur grob sortiert.

Hier sind die Teile nur grob sortiert.

Mit 90 Prozent sind wohl eigentlich 95 Prozent gemeint.

Hier sind die Teile schon etwas besser sortiert.

Hier sind die Teile schon etwas besser sortiert.

Als nur noch weiße Teile übrig waren, bot sich den Besuchern der eigens für dieses Puzzle eingerichteten BCPP (Bar Code Puzzle Progress) - Homepage folgender Anblick:

Fortschritt, als nur noch weiße Teile fehlten.

Fortschritt, als nur noch weiße Teile fehlten.

Der Rest war tatsächlich Brute Force, manchmal mehr Brute als Force. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen und hängt nun an der Wand. 70×50 cm waren einfach zu groß um das Schild an der Klingel oder am Briefkasten ersetzen zu können.

SPON und die Wikipedia

30. Oktober 2009 von Gian

Ich habe eigentlich nur ein Wort zu sagen (abgesehen von den Wörtern die vor und in dieser Klammer stehen): Jucheee!

Da das für einen Blogeintrag aber ziemlich wenig wäre, verlinke ich noch zwei sehr lesenswerte Artikel. Das Jucheee! bezieht sich hierbei vor allem auf den grandiosen Beitrag auf Spiegel Online, dessen Relevanz sogar für einen Artikel auf Wikipedia reicht - obwohl es sich um um ein Internetphänomen handelt:

SPON Netzwelt-Ticker: Wikipedia-Autoren ziehen in den Löschkrieg - gegen Katzen

Dort verlinkt, aber eine besondere Erwähnung wert, ist die ebenfalls grandiose Zusammenfassung der Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia:

Aggregat 7: 99% aller Deutschen sind irrelevant