Archiv für den Monat März 2010

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Sonntag, 28. März 2010 von Gian

Zutaten:

  • Eine neue Jolt-Lieferung, die etwas im Weg steht
  • Jemanden, der in die Fachschaft kommt und sagt: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”
  • Die Erinnerung an diesen Comic
  • Ein wenig Langeweile
  • Knut

Ergebnis:

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Selbstbedienung oder Wie stehle ich ein Kind.

Freitag, 19. März 2010 von Asel

Warum gibt man als Elternteil sein Kind eigentlich in diesen tollen “Kinderparadiesen” ab? Gut, der wichtigste Grund wird wohl sein, damit sie einem nicht auf den Keks gehen. Allerdings habe ich auch schon von Fällen gehört, bei denen die Eltern tatsächlich Angst um ihre Kinder haben und sie dann lieber unter Aufsicht spielen lassen wollen.
Auch bei Ikea gibt es die Möglichkeit, die Blagen in großen Becken mit Bällen ertrinken zu lassen, soweit bekannt. Allerdings hat sich ein findiger Mensch gedacht, das hat doch jedes Möbelhaus, wir brauchen was besonderes. Dies führte zu der zu sehenden Konstruktion

Auslaufgehege

Auslaufgehege


Ein kleiner Gang, in dem die Kleinen lang krabbeln können und von den Passanten noch mehr beglotzt werden als Erdmännchen im Glaskasten. Was die Sache so richtig interessant macht ist der Schriftzug an dem Kasten.
Bitte nicht öffnen

Bitte nicht öffnen


Jawohl, man kann diesen Gang einfach vom Laden aus aufmachen, sich ein Kind aus dem Angebot nehmen und ist in nicht mal 5 Schritten zur Tür raus. Wenn das mal nicht sicher ist.
Mal abwarten wie lange es dauert, bis das passiert oder eines der Kinder gar auf die Idee kommt, den Deckel von innen anzuheben.

P.S.: Als wir dann durch den Laden sind gab es noch folgende Anekdote: Durchsage “Kevin, Chantal, Jaqueline und Sören möchten im Kinderparadies abgeholt werden.” Schade, dass man in solchen Momenten kein Tonband mitlaufen hat.

DRM - Broken by design

Montag, 08. März 2010 von Gian

Seit ich mich erinnern kann - und das reicht zumindest zurück zum C64 - gibt es einen ewigen Wettlauf zwischen Publishern und Piraten. Lange Zeit war es so, dass die ehrlichen Käufer keinerlei Nachteile gegenüber den Piraten hatten, die neue Kopierschutze Kopierschutzmechanismen meist binnen kurzer Zeit geknackt hatten. Dies kann man heutzutage leider nicht mehr behaupten.

Der früheste Kopierschutz, an den ich mich erinnern kann, war auf dem Amiga 500. Es gab spezielle Zwischenstecker und Software für das Diskettenlaufwerk, so dass dieser kein großes Problem darstellte. Eine weitere sehr kreative Variante dieser Zeit waren die z.B. Monkey Island und Monkey Island 2 beigelegten Drehscheiben oder Codebücher, die farblich so gestaltet waren, dass sie mit den damals üblichen monochromen Kopierern im Copyshop schlecht kopiert werden konnten. Zak McKracken enthielt in der Box sogar eine Zeitung mit wertvollen Tips zum Lösen des Adventures.

Als Computerspiele nicht mehr auf vielen Disketten sondern auf einer einzelnen CD verkauft wurden, wurden diese kreativen Varianten endgültig von den technischen Maßnahmen verdrängt: Defekte Sektoren, korrupte Dateisysteme (Dummydateien mit irrwitzigen Größen), etc. Wirklich lange gehalten hat keiner dieser, besonders nicht in der Emulation. Die Reproduktion auf echte Datenträger gestaltete sich zum Teil schwieriger. Auch verweigerte das Spiel nicht immer komplett den Dienst - Siedler 3 z.B. ersetzte die Eisenschmiede durch eine Schweineschmiede, so dass der Kopierschutz nicht sofort erkennbar war. Sinnvoll genutzt wurde dieses Feature z.B. bei Moto Racer 3, das einen Demo-Modus auf Kopien anbot. Der bei diesem Spiel eingesetzte Kopierschutz wurde übrigens in Communityarbeit geknackt, ich kann mich allerdings nicht mehr an das Forum erinnern. Interessantes Prinzip, Sektoren sind doppelt auf der CD/DVD vorhanden, so dass das Laufwerk, je nachdem, welchen Sektor es vorher gelesen hatte, unterschiedliche Daten zurückgab.

Immer neuere Mechanismen brauchten jedoch auch immer neuere Wege, die schließlich darin endeten, dass ohne Wissen des Nutzers neue Treiber installiert wurden, die berüchtigt dafür waren, Sicherheitslücken aufzutun und sich tief in das System einzunisten. Spiele und Audio-CDs wurden mitunter in PC-Laufwerken nicht erkannt oder spielten in verringerter Qualität - ein erster Vorteil für Piraten, deren Musik immer und überall läuft. Zum Umgehen von manchen Mechanismen waren auch Hardwaretricks beliebt - alle CD-Laufwerke abklemmen. Eine weitere Kundengängelung ergab sich mit dem Prinzip der Blacklist: Spiele überprüfen beim Start, ob bestimmte Software, zum Beispiel Laufwerks-Emulatoren, installiert sind und verweigern dann den Dienst. Ich soll mir vom Spielehersteller vorschreiben lassen, welche Software ich benutze?

Mit der flächendeckenden Verfügung von breitbandigem Internet (die gemeinhin angenommen wird, aber nicht gegeben ist) wurden Aktivierungsmechanismen populärer, die mir mein Recht auf Weiterverkauf der Software nehmen. Wird die Hardware des Rechners getauscht, muss neu aktiviert werden. Geht das bei Microsoft, z.B. bei Windows XP, noch kulant am Telefon, so komme ich nun zum eigentlichen Thema des Artikels: Kundengängelung.

Anno 1404 erschien mit einem neuen System: eine begrenzte Anzahl Online-Aktivierungen. Wie auf der Amazon-Bewertungsseite zu sehen ist (306 mal 5 Sterne gegen 402 mal 1 Sterne), waren die Kunden hiervon nicht gerade erfreut. Sehr löblich, dass ein Patch die zu oft nicht funktionierende Aktivierung deaktiviert. Alleine hierdurch kamen viele neue 5-Sterne-Bewertungen zusammen.

Mass Effect 2 wurde als Premiumversion mit zusätzlichen Items verkauft, die jedoch teilweise nicht funktionierten. Ausführlich beschrieben und mit passendem Bild untermalt hat dies Fefe. Natürlich hatte die gecrackte Version sowohl das GameStop- als auch das Amazon-Set an Bonusitems ohne Onlinecheck bei jedem Start.

Ubisoft hat anscheinend nicht dazugelernt und seinen Kopierschutz weiter verschärft: Wer ein neues Ubisoft-Spiel, wie z.B. das bald erscheinende mich brennend interessierende Siedler 7 kaufen will, muss ständig online sein. Immer. Auch für Single-Player-Partien, die man vielleicht auch gerne abseits von Internet spielen möchte. Ubisoft verkauft das als Vorteil, z.B. werden Spielstände auf dem Server abgelegt und sind an jedem Rechner verfügbar. Das Spiel wird nämlich nicht an die Hardware gebunden, sondern an dem Account des Spielers. Unnötig zu sagen, dass ein Weiterverkauft nicht möglich ist. Wie sollte es anders sein, der Kopierschutz wurde innerhalb eines Tages geknackt.

Der eigentliche Knaller, der Grund, weswegen ich diesen Artikel schreibe, der Worst-Case der prophezeit wurde: Die Server sind down. In der oben verlinkten FAQ wird von 24/7-Monitoring gesprochen, so dass der Kunde sich keine Sorgen machen soll. Über die viele Stunden anhaltende Downtime darf sich jeder selbst eine Meinung bilden, insbesondere über die Qualität des Systems und die Kompetenz der 24/7-Überwacher.

Das heisst effektiv: Im Moment sind Piraten die einzigen, die Ubisoft-Spiele spielen können, sogar offline.

Eine Sache, die ich nicht verstehe: Merken die Spielefirmen nicht langsam, dass die Spiele seit langem nicht mehr inklusive Kopierschutz kopiert werden, sondern schlicht und ergreifend gecrackt? Gegen Cracken hilft keine der immer restriktiver werdenden DRM-Mechanismen. Der Online-Check wird einfach aus dem Spiel rausgepatcht.

Ich hoffe, dass ich den Publishern hiermit keinen Tip gebe, aber meine Vorhersage für die Zukunft: Relevante Spieledaten werden auf den Servern berechnet, wie bei MMOs. Dann können alle nur noch das, was zahlende Ubisoft-Kunden jetzt schon müssen: Ständig online sein.

Hier findet sich ein Bild, das meine Sicht auf aktuelle Spielen/Filmen/etc. sehr gut wiedergibt: Der zahlende Kunde wird immer weiter benachteiligt, die Produktversion, die die Piraten zusammenpatchen ist deutlich besser als das Original.

Und wo wir grad bei Siedler waren: Aufbruch der Kulturen hat keinen Netzwerkmodus. Wenn die Server nicht mehr funktionieren, wie dies bei Siedler 4 schon der Fall ist, kann ich es also gar nicht mehr mit anderen Leuten spielen. Wer hat sich das denn bitte ausgedacht?

Egal was sie können, es reicht zum Manager!

Mittwoch, 03. März 2010 von Asel

Die Berufsaussichten für Abgänger der Phil.-Fak. sind ja bekanntermaßen eher niedrig anzusetzen. Da verwundert es nicht, das nach weiteren Qualifikationsmöglichkeiten gesucht wird. Da unsere Uni sie dabei großzügig unterstützen will (und es auch noch Geld gibt), werden Werbeflächen auch an private Hochschulen vermietet. Ein solches ist mir die Tage vor die Linse gesprungen. Die schlechte Qualität rührt von meiner Handykamera her.

Jeder wird Manager

Jeder wird Manager


Offensichtlich stellt die ESCP Europe (Ecole Superieure de Commerce de Paris Europe) keine hohen Anforderungen an ihre Studenten und scheint auch nichts von anderen Studiengängen zu halten.

Das Gewinnspiel habe ich mir nicht angeschaut, aber es ist bezeichnend genug, dass der Mülleimer direkt unter dem Halter für die Teilnahmekarten steht.

Interessant ist auch, dass im Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik nur zwei Mitarbeiter tätig sind, die tatsächlich eine Ausbildung in der Informatik vorweisen können.