Neulich in der Fachschaft
18. Oktober 2009 von AselWie ein (E)i dem anderen
01. September 2009 von JediEs ist nichts Neues, dass im Internet kopiert wird, so weit das Auge reicht. Inzwischen übernehmen teilweise sogar Bots die Aufgabe, so dass Nachrichten automatisch kopiert werden. Selbst eine Übersetzung geschieht automatisch. Letztes Beispiel: Die Heise IT-Scouts.
Von dort wurde seit einiger Zeit kopiert und übersetzt. Bei den IT-Scouts veröffentlichte Nachrichten landen automatisch bei jetrat.com.
Nachdem man bei Heise die Kopie bemerkte, hat man zum Gegenangriff aufgerufen. So werden am 1. September lauter heiße News veröffentlicht. “Latein wird deutsche Landessprache“, “Steve Jobs präsentiert: iBrot für die Welt” und “Finanzkrise ade: Sparschweine übertragen Schweinegrippe” sind nur drei Beispiele (und die Übersetzungen hier, hier und hier).
Bei jetrat wird alles munter übersetzt und übernommen. Auf den Rechtsstreit mit dem vermutlich finnischen Blog-Betreiber verzichtet man trotzdem und sperrt stattdessen zukünftig die IP-Adresse. Denn dass man mit dieser Aktion die Kopierer wenn überhaupt unterstützt, sind sich auch die Menschen bei Heise bewusst.
Ist die CDU von gestern?
12. August 2009 von JediEines der aktuellen Wahlplakate der CDU macht zurzeit im Internet die Runde. Zu sehen ist der Bundesminister des Inneren, Wolfgang Schäuble, wie er nachdenklich (oder angestrengt) eine Zeitung liest.
Schaut man sich das Plakat etwas genauer an, was möglich ist, da man es sich als PDF in der multimedia.datenbank der CDU herunterladen kann, so sind bei genügender Vergrößerung hinter dem Logo der CDU teilweise die Überschriften in der Zeitung erkennen.
Man stellt schnell fest: Es handelt sich um eine englische Zeitung, was schon eine Erklärung für das angestrengte Nachdenken des Herrn Schäuble sein könnte.
Nun könnte man noch einen Schritt weiter gehen und die erkannten Überschriften in der Suchmaschine seines Vertrauens eingeben. Exemplarisch wurde dies für “Balls, players and coaches” (eigentlich: “Balls, players and coaches bob up in odd places - Sports - International Herald Tribune“) und “Japanese dominate Cup” durchgeführt. Beide Suchen führen auf die Internetseite der New York Times, genauer hier hin und hier hin.
Was fällt auf? Beide Artikel sind vom 7. November 2006, also fast drei Jahre alt. Beschäftigt man in der CDU keine Praktikanten, die man kurz zum nächsten Kiosk schicken könnte, um eine aktuelle Ausgabe der New York Times zu kaufen? Kann sich die CDU keine aktuelle Ausgabe der New York Times leisten? Sind die aktuellen Meldungen im Sportteil der Zeitung zu negativ für eine Wahlkampagne? War Herr Schäuble tatsächlich an einem der Artikel auf der Frontseite interessiert? Vielleicht an diesem?
Nein, das möchte man weder der CDU noch Herrn Schäuble nachsagen. Viel einleuchtender ist die Erklärung, dass besagtes Foto am 8. November 2006 aufgenommen wurde (der Dateiname des entsprechendes Bildes auf der Homepage der Fotografin verrät dies). Sicher fällt keinem Wähler auf, dass Herr Schäuble auf dem Foto 64 Jahre alt ist, bei der nächsten Bundestagswahl aber 67. Nicht dass sich die Stammwähler der CDU daran stören ließen.
Es bleibt die Frage, ob Herr Schäuble denn wirklich so wenig Zeit hat, dass nicht einmal ein Fototermin kurz vor der Wahl möglich ist. Vielleicht sollte man weniger Zeit damit verbringen harmlose Internetseiten zu begutachten.
Herrn Schäuble oder der CDU mangelnden Fortschritt vorzuwerfen wäre trotzdem falsch. Erinnern ihre Taten sonst an 1984 aus 1949, so ist 2006 doch top-aktuell. Somit muss die Frage aus der Überschrift offensichtlich mit “Nein.” beantwortet werden.
Wohin mit den Beiträgen?
03. August 2009 von Jedi22.177.500 Euro
(in Worten: Zweiundzwanzigmillioneneinhundertsiebenundsiebzigtausendundfünfhundert)
Das sind die Einnahmen aus Studienbeiträgen alleine an der Heinrich-Heine-Universität in den letzten fünf Semestern.
“Die Einnahmen aus den Studienbeiträgen nach Absatz 1 sind Mittel Dritter und von den Hochschulen zweckgebunden für die Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen [...] zu verwenden.” (§2 Abs. 2, StBAG)
Überall in den Medien wird von fünf Millionen Euro berichtet, welche auf dem Konto der Uni Düsseldorf sind und für die angeblich kein Plan zur zeitnahen Verwendung besteht. Dass letztere Behauptung unwahr ist, behauptet zumindest Uni-Rektor Piper.
Der Bericht über die Verwendung von Studienbeiträgen, dessen Aufbereitung subjektiv die Note Mangelhaft verdient hat, wirft jedenfalls mehr Fragen auf als er beantwortet. Wie viel Aufwand hat z.B. die Verwaltung mit der ”Erhebung und Verwaltung” der Gelder, dass dafür fünf Prozent - oder anders ausgedrückt: mehr als 1.000.000 Euro in den letzten 2,5 Jahren - ausgegeben wurden? (Und was sind bitte gesonderte Aufstellungen bei der ZUV (Verwaltung…) in Höhe von 310.000 € ?)
Fest steht: Die Konzepte der Uni Düsseldorf zur zeitnahen Verwendung der Studienbeiträge müssen nachgebessert werden. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie forderte die Universität auf, ein überzeugenderes Konzept vorzulegen - bis zum 14. August. Andernfalls solle in Erwägung gezogen werden, den Studierenden die überschüssigen Gelder zurück zu zahlen.
Letzteres sollte man besser nicht zu hoffen wagen. Auch wenn es merkwürdig scheint, von dem Institut gebeten zu werden, schnell noch 80.000 Euro auszugeben, weil die gerade übrig sind und sonst ans Rektorat zurück fließen.
Die Frage nach Sinn oder Unsinn von Studienbeiträgen soll an dieser Stelle nicht zum x-ten Mal gestellt werden. Wohl aber die Frage, ob 500 Euro - also die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze - nicht einfach zu viel sind.
42 und ihre Nähe zu Primzahlen
14. Juli 2009 von Jedi(siehe 37, 41, 43, 47)
Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Univserum und dem ganzen Rest ist bekanntlich 42. Wenn man also vor die Frage gestellt wird, welche Primzahlen es gibt, so ist es naheliegend, von 42 auszugehen.
Schnell wird man feststellen, dass Zahlen der Form häufig Primzahlen sind. Die 5 ist dabei nicht willkürlich gewählt, sondern die Primzahl, welche die geringste Differenz zur Quersumme von 42 aufweist, ohne dabei 42 zu teilen.
Die Formel liefert offensichtlich für keine Primzahlen. Für alle anderen
, für die
keine Primzahl ist, lassen sich relativ intuitiv erklären:
, wobei
ist.
, wobei
ist.
, wobei
ist.
, wobei
ist.
Die Primzahldichte der Formel nimmt leider immer weiter ab, je größer k. Bei liefert sie immerhin noch zu mehr als
Primzahlen.
Eine etwas weniger elegante, dafür dichtere Formel ist . Diese liefert tatsächlich für die ersten 42 n, nämlich für
ausschließlich Primzahlen.
Die Kuh befindet sich rechts
09. Juni 2009 von AselBisher dachte ich immer, die PISA-Studie und die viel diskutierte neue Dummheit der Deutschen ist zu übertrieben. Aber ich wurde kürzlich eines Besseren belehrt. Im Februar gab es wohl von der FHM eine Umfrage unter ihren Lesern, die die “Unsexiest Women” bestimmen sollte. Über den Sinn oder Unsinn lasse ich mich an dieser Stelle besser nicht aus, dem geneigten Leser sei GG Art.1 angeraten.
Worauf ich hinaus will ist folgendes. Die deutschen Männer, ich gehe davon aus, dass diese die Stammleserschaft der FHM bilden, wählten also die “Unsexiest Women”. Und natürlich tauchten dort die üblichen Verdächtigen, wie Alice Schwarzer auf. Was jedoch dieser Herr in diesem Ranking treibt wird mir ein Rätsel bleiben.
Um auf die Intelligenz zurück zu kommen: Die Leser von Welt.de werden offensichtlich nicht für klug genug gehalten, Frau Kamps von einer Kuh zu unterscheiden. Wer ist wer?
Auf was müssen wir uns noch einstellen? Bilder, auf denen ein Sandstrand abgebildet ist, mit der Unterschrift “Das sind nicht die Alpen” ?
Ohne Worte
08. Juni 2009 von Jedi
in Bilk
Das zweite Bild kann ich an dieser Stelle leider nur verlinken:
Speisekarte (dort bitte zur vierten Doppelseite von hinten blättern)
Fehler gefunden? Nein? Dann nochmal genauer hinsehen.
Von Hörspielen und enzyklopädischer Relevanz
02. Juni 2009 von GianManch einer denkt, in der Wikipedia könne man Wissen sammeln, kann doch jeder beliebige Artikel frei edititeren. Möglich ist dies, solange der Artikel nicht einem Löschantrag zum Opfer fällt. Ein Großteil der Löschanträge, die offensichtlich Wissen vernichten, beziehen sich auf die Regeln der enzyklopädischen Relevanz. Diese besagen grob, dass nicht jede Person, nicht jeder Verein, nicht jede Organisation und nicht jede Firma relevant ist. Ein Kernsatz ist auch:
Es ist wichtig, die Relevanzbewertung nicht an persönlichen Meinungen, sondern an klaren Kriterien auszurichten.
Da sich natürlich nicht jeder an diese klaren Kriterien hält, gibt es Administratoren. Diese behandeln die von normalen Nutzern beantragten Löschungen nach vorheriger Diskussion. Hierzu gibt es klare Regeln, u.a.:
Eine Löschung ist eine sehr rigide Maßnahme und sollte daher das letzte Mittel sein.
Auch Schnelllöschungen sind unter strengen Richtlinien ohne Diskussion möglich, wenn z.B. Rechte verletzt werden.
Sehen wir uns als Beispiel einmal eine besonders lange Löschdiskussion an: Allimania
Allimania ist ein Hörspiel, das in der World of Warcraft spielt. Ich habe von mehreren realen Personen unabhängig voneinander von diesem Hörspiel erfahren, was auf eine gewisse Relevanz in Spielerkreisen hindeutet. Auch 30.300 Google-Ergebnisse sind für ein so spezielles Hörspiel, das nur in deutscher Sprache existiert, eine stattliche Zahl; die Anzahl der Downloads für die erste Folge liegt bei über 95.000 und Oliver Rohrbeck, besser bekannt als Justus Jonas von den ???, hat einen Gastauftritt in Folge 13.
Liest man die vielen Kommentare, so zeigt sich, dass ein relativ großer Personenkreis Interesse am Erhalt des Artikels hat. Vielfältige Begründungen berufen sich v.a. auf die damals leider unbelegten hohen Downloadzahlen und darauf, dass Allimania ein Stück Internetkultur ist, wie auch die erfolgreichen Parodien Sinnlos im Weltraum und Lord of the Weed, deren Artikel mittlerweile gelöscht sind.
Die Argumente der Gegenseite beschränken sich hauptsächlich auf die oben angesprochene enzyklopädische Relevanz, die allerdings an keiner Stelle widerlegt wird. Das rege Interessse an der Löschdiskussion scheint nicht als Relevanzkriterium zu reichen, denn die Bedingungen werden von einer Löschstimme verschärft:
die hier immer wieder behauptete Relevanz im Artikel belegen
Auch Vergleiche werden aufgestellt:
Downloadstatistiken sind noch lange kein Grund, dass sowas in eine Enzyklopädie gehört. Pornographie im Internet hat bei weitem höhere Downloadzahlen, nehmen wir deswegen jede Sex-Film-Fan-Parodie, oder was auch immer, in die Enzyklopädie auf? Nein! LÖSCHEN
Eine Stimme, die offensichtlich jegliche Meinungsäußerung unterbinden will, gibt es auch:
Löschen und wenn es schon wieder so eine überlange Debatte werden sollte, nach 30 Postings schnelllöschen
Doch auch hier fehlt jegliche Widerlegung der enzyklopädischen Relevanz.
Schlußendlich wird der Artikel mit einer klaren, objektiven, für alle verständlichen Begründung gelöscht:
Gelöscht, Sockenpuppen bitte woanders tanzen –Markus Schweiß, @ 21:14, 3. Mai 2006 (CEST)
Die folgende Kritik an dieser Entscheidung, die noch einmal etwa halb so lang ist wie die bisherige Diskussion, wird vom löschenden Admin nicht mehr kommentiert.
Skipper’s Rule
04. Mai 2009 von JediEs soll vorkommen, dass Wohnungen vermietet werden, in denen das Badezimmer zwar über eine abschließbare Tür verfügt, der Schlüssel jedoch nicht vorhanden ist.
Auch soll es vorkommen, dass in solchen Wohnungen zwar ein Schloss inklusive Schlüssel (abgesehen von dem in der Wohnungseingangstür) existiert, dieses jedoch nicht mit dem Schloss in der Badezimmertür vertauscht werden kann, da sich letzteres nicht aus der Tür entfernen lässt.
Für solche Fälle gibt es jetzt eine Lösung: Skipper’s Rule (Quelle für Bild: Madagascar (Dreamworks))
Dass Skipper’s Rule einen Ersatz für einen sicheren Schlüssel darstellt, kann auf der Innenseite der Badezimmertür oder hier im eigens dazu angefertigten Skript nachgelesen werden.
Ich will aber die Ziege!
01. Mai 2009 von JediPersönlich finde ich Ziegen (natürlich neben Pinguinen) ja süß, entsprechend muss ich hier ein oft erklärtes Problem einmal von einer anderen Seite beleuchten.
Definition 1.0
Sei die Menge aller Objekte, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. So bezeichnen wir ein
als Hauptgewinn, genau dann, wenn
.
Ferner bezeichnen wir ein als Niete.
Gehen wir also davon aus, dass sich bei einer Gameshow hinter Toren genau ein Hauptgewinn und
Nieten befinden. Der Kandidat wird aufgefordert, eines der Tore zu wählen. Mit der Absicht, den Hauptgewinn zu erwischen, kommt der Kandidat dieser Aufforderung nach und wählt Tor
.
Korrolar 1.1
Die Chance, dass der Kandidat das Tor mit dem Hauptgewinn auswählt, liegt bei .
Bevor der Kandidat erfährt, ob er tatsächlich das Tor mit dem Hauptgewinn gewählt hat, werden vom Moderator, der genau weiß, wo sich der Hauptgewinn befindet, die vom Kandidaten nicht gewählten Tore , hinter denen sich nicht der Hauptgewinn befindet, geöffnet. Nachdem der Kandidat die Nieten hinter den Toren
gesehen hat, wird er aufgefordert, zu entscheiden, ob er bei seiner ursprünglichen Wahl - und damit Tor
- bleibt, oder ob er sich für das andere übrig gebliebene Tor
entscheidet.
Lemma 1.2
Seien wie zuvor definert. Entscheidet sich der Kandidat endgültig für Tor
, so liegt seine Gewinnchance bei
Beweis
Sei unverändert die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich der Hauptgewinn hinter Tor
befindet. Sei weiter
die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich der Hauptgewinn hinter einem der Tore
befindet. Offensichtlich gilt
.
Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich nicht. Aber mit der Information, dass sich hinter den Toren
Nieten befinden, ist
die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich hinter Tor
der Hauptgewinn befindet.
Beispiel 1.3
- Sei
. Der Kandidat wählt ein Tor. Der Moderator öffnet alle anderen Tore, bis auf eines (nur Nieten sind zu sehen). Der Kandidat darf nun zwischen dem zuerst gewählten und dem einzigen anderen geschlossenen Tor noch einmal wählen. Anzunehmen, die erste Wahl hätte zum Hauptgewinn geführt, ist waghalsig. Die Chance hierfür lag nur bei
. Dagegen liegt die Chance, dass eines der anderen Tore zum Hauptgewinn führt bei
. Da nur noch eines der anderen Tore übrig bleibt, sollte dieses gewählt werden.
- Sei
. Der Kandidat wählt wieder eines der drei Tore, der Moderator öffnet ein anderes - eine Niete. Bleibt der Kandidat bei seiner ursprünglichen Entscheidung, so auch bei seiner ursprünglichen Gewinnchance
. Wechselt er zum anderen Tor, verdoppelt sich seine Gewinnchance.
Als Erklärung zur Einleitung sollte vielleicht erwähnt werden, dass in den meisten Fällen, wenn dieses Problem dargestellt wird, die armen Ziegen als Nieten herhalten müssen. Hauptgewinne sind dann meistens Autos.
